TA, 8.1.2001

 


 

Emotionenbad

Reaktion auf den Artikel von Rudolf Strahm vom 3.1.2001.

 

Wer der Mitte keine attraktiven Lösungsangebote in den wichtigen Dossiers macht, ist vom politischen Gestaltungsprozess abgemeldet. Mit seiner Analyse einer SP (ich bin Mitglied) auf dem Weg in die linientreue Bedeutungslosigkeit hat Rudolf Strahm völlig Recht. Die Parteitagsbasis badet gerne in nostalgischen Emotionen, kompetente Modernisierer wie Sommaruga und Marti erreichen mit ihrer glasklaren Logik nicht die Gefühlswelt dieser Basis. Cavalli mit seinem Charme und Groll mit ideologischer Sturheit transportieren chancenlose Extremvorschläge, welche nicht einmal die gesamte SP-Wählerschaft überzeugen können. Wenn die SP nicht rasch ihrer Wählerschaft in die Mitte folgt, ist der Weg in die Niederlage vorprogrammiert. Und während die SPS in internen Kommissionen die Geduld des Papiers einem ultimativen Härtetest unterzieht, realisiert der verpönte "Genosse der Bosse" Schröder die ökologische Steuerreform, betriebliche Mitbestimmung und finanzierbare Renten auch für die Generation, die nach 2030 in die Jahre kommt.


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